Interlaken

Ein Netzwerk auf dem Bödeli

Industrielle Betriebe Interlaken

Mit der Erstellung des Technischen Netzwerkes der Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) wurde im Jahr 2013 begonnen. Es wird laufend erweitert. Die Optonet betreut die IBI vom Konzept über die Umsetzung bis zur regelmässiger Wartung aller Ausbaustufen des technischen Netzwerkes.

Die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) versorgen grosse Teile des Bödeli mit Energie. Das Bödeli ist eine Schwemmebene zwischen Thunersee und Brienzersee im Berner Oberland. Das geschlossene Siedlungsgebiet auf dem Bödeli setzt sich aus den Gemeinden Unterseen, Interlaken und Matten zusammen. Neben der Versorgung dieser Gemeinden mit Elektrizität, Gas und Wasser beliefern die IBI die Gemeinde Bönigen mit Erdgas. Zahlreiche umliegende Gemeinden unterstützen sie zudem mit Dienstleistungen in den Bereichen Siedlungsentwässerung, Geoinformationssystem GIS, Energieberatung und Brandschutz. Das bestehende technische Netzwerk gelangte durch das stark ansteigende Kommunikationsaufkommen des Versorgungsbetriebes an seine Grenzen. «Wir planten daher ein neues Datennetz, das alle Bedürfnisse für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre abdeckt», erklärt Christoph Stalder von den Industriellen Betrieben Interlaken. 2013 wurde mit der Konzeptionierung und Erstellung dieses neuen Netzwerkes in Zusammenarbeit mit der Optonet AG Zuzwil begonnen. Über das Netzwerk kommunizieren verschiedene Dienste und Gewerke: Leittechnik, Fernwärme, Netzschutz und -qualität, Teile des Meterings und die Netzkommandoanlage.

Ein Switch bei den Switches

In der ersten Ausbaustufe wurden im Netzwerk RuggedCom-Switches eingesetzt. In dieser Zeit fand bei Optonet ein Produktwechsel von RuggedCom zu Hirschmann statt. Die IBI entschied sich, hierbei mitzuziehen. «Den Wechsel von RuggedCom-Switches zu Hirschmann Geräten nahmen wir in Kauf, um weiterhin von dem guten Support der Optonet profitieren zu können», so Stadler. Durch diesen ungewöhnlichen Projektverlauf ergab sich eine besondere Anforderung: Ein gemischter Betrieb von RuggedCom-Switches und Hirschmann Geräten musste ermöglicht werden.

Im Netzwerkmanagement Hi-Vision von Hirschmann wurden Überwachungsfunktionen mit Warnungen und Alarmierungen eingebaut, die wöchentliche Reports zur präventiven Wartung erstellen.

Das mit dem Herstellerwechsel neu eingeführte Netzwerkmanagementsystem Hi-Vision von Hirschmann wurde so konfiguriert, dass es sowohl die Hirschmann Geräte als auch die Fremdgeräte im Betrieb überwacht. «Netzwerkmanagement mit Hi-Vision ist hervorragend», erzählt Christoph Stalder. «Ohne das Managementsystem ist ein Fehler im Netz wie ein Blindflug. Dank Hi-Vision wissen wir sofort über die Ursache Bescheid und können Probleme sehr schnell lokalisieren.» Um eine hohe Verfügbarkeit des Netzwerkes sicherzustellen, wurden Netzwerkredundanzen mit Medium Redundancy Protocol (MRP) und Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP) umgesetzt. Eine Broadcast-Begrenzung wurde mittels Layer-2 VLAN Routing realisiert.

Ein Kommunikationsnetzwerk für den Netzschutz

Optonet erstellte ausserdem ein Kommunikationsnetzwerk für den Netzschutz mit IEC 61850 und Goose-Protokoll, welches höchste Ansprüche an die Verfügbarkeit stellt. «Die Schutzgeräte müssen untereinander sehr schnell kommunizieren, wenn es beispielsweise zu einem Kurzschluss im Netz kommt», erklärt IBI Projektleiter Christoph Stalder. «So kann im Ereignisfall die Ausdehnung des Unterbruches stark eingegrenzt werden. Die eingesetzten Switches müssen schneller kommunizieren als die Schutzgeräte schalten. Deshalb sind wir auf sehr schnelle Protokolle und unterbruchfreie Kommunikation angewiesen.» Für den Netzschutz wurden Hirschmann Switches der Reihe RSP25 eingesetzt, die die Goose-Protokolle verarbeiten können. Die Verfügbarkeit wurde durch einen High-Availability-Seamless-Redundancy-Ring (HSR-Ring) maximiert.

Weitere Zusammenarbeit mit Optonet

Das technische Netzwerk wird laufend erweitert. Die dafür erforderlichen Switches werden von Optonet im Hause konfiguriert und vom Kunden eigenständig eingebaut und in Betrieb genommen. Ausserdem ist Optonet mit dem Unterhalt des Netzes betraut. «Besonders hilfreich ist der Fernzugriff auf unsere Anlagen und Komponenten, den wir mit Optonet realisieren konnten», so Stalder. «Wenn wir Probleme im Netz haben, können sich Mitarbeiter von Optonet einloggen und das Problem behandeln. Das funktioniert einwandfrei und in der Regel sehr prompt.»

Das Bödeli zwischen Thunersee und Brienzersee im Berner Oberland ist touristisch stark frequentiert.

Bilder: Industrielle Betriebe Interlaken und Optonet